geschichte

Klostermalz: Bier-Know-how aus Tradition

Geschichte der Klosterbrauerei und Klostermalz Frauenaurach

Die Anfänge der Brauerei führen in das Dominikanerinnenkloster von Frauenaurach. Dieses Kloster wurde ca. 1270 vom Reichsministerialen Herdegen von Gründlach gestiftet. Trotz noch fehlender Unterlagen wird auch im Kloster Frauenaurach wie in vielen anderen Klöstern eine Klosterbrauerei vorhanden gewesen sein. Leider sind durch die vielen Kriege – Bauernkrieg 1525, Markgrafenkriege 1552-54 und auch durch den 30-jährigen Krieg – fast alle Urkunden und Aufzeichnungen über das Kloster vernichtet worden. 1530 wurde das Kloster in das Markgrafentum Brandenburg, Bayreuth, Kulmbach eingegliedert und schließlich im Jahre 1550 aufgelöst.

Im Jahre 1685 entschloß sich der Markgraf zum Bau einer neuen Brauerei , zum Bau der „herrschaftlichen Brauerey”. Der Bierausstoß wurde mit 2.500 Eymern (ca. 1.500 hl ) jährlich veranschlagt. Die Brauerei wurde von einem markgräflichen Aufseher geführt.

Leider war der Brauerei kein wirtschaftlicher Erfolg beschieden. Erschwerend kam hinzu, daß der Markgraf nach dem Umzug von seinem Frauenauracher Schlösschen in das Schloss nach Erlangen (1703) an seinen Frauenauracher Besitzungen kein Interesse mehr hatte. Es wurde wohl das Frauenauracher Bier im Erlanger Schloss getrunken, es wurde aber nichts mehr investiert. Schloss und Brauerei verfielen.

Einen Wendepunkt für die heruntergewirtschaftete Brauerei bedeutete schließlich im Dezember 1750 ihr Verkauf an den Bierbrauer Georg Leonhard Eckard. Eckard erwarb die „herrschaftliche Brauerey” samt aller Gebäude, Sommer- und Winterkeller, Arbeitsgeräte, Vorräte und aller Rechte. Dazu gehörte auch ein „Gebietsschutz” für die Bierlieferungen in den Dörfern Frauenaurach, Hüttendorf, Kriegenbrunn, Möhrendorf, Neuses und Schallershof. Ein weiteres Privileg bestand darin, dass Eckard bei Besuchen des Markgrafen sein Bier auch an den fürstlichen Hof nach Erlangen liefern durfte.

Im Laufe der Jahrzehnte hatte die Brauerei , die wieder in „Klosterbrauerei” umbenannt wurde, wechselnde Besitzer und erlebte wirtschaftliche Höhen und Tiefen.

Im Jahre 1871 erwarb dann das Ehepaar Zehgruber die Brauerei. Johanna und Georg Paul Zehgruber stehen am Beginn von fünf Generationen, die bis heute das Familienunternehmen über fast 15o Jahre hinweg leiten. Zehgruber hatte durch seine Tätigkeit als Braumeister in Italien, Schweden , Lettland und Dänemark große Erfahrung und gründliche Kenntnisse in der Bierbrauerei.

1882 heiratet die Tochter Rosa Zehgruber den Bierbrauer Johann Georg Wirth aus Neuhaus bei Adelsdorf. Nach seinem frühen Tod im Jahre 1890 heiratet die Witwe ihren zweiten Ehemann Jean Dorn aus der Dorn-Bräu aus Vach und betrieb mit ihm die Brauerei bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges.

Im Jahre 1915 übernahm der Sohn Leonhard Wirth die Brauerei und führte sie mit seiner Ehefrau Magda Wirth geb. Stoy weiter. Die Brauerei hatte zwischenzeitlich einen Bierausstoß von ca. 8000 hl jährlich erreicht.

Das Schicksalsjahr für die Brauerei stellte das Jahr 1923 dar. Die Brauerei wurde in eine Mälzerei umgewandelt. Leonhard Wirth verkaufte sein Braukontingent an das Nürnberger Brauhaus. Als Gegenleistung sicherte sich Leonhard Wirth eine 25 jährige Malzabnahmegarantie.

Die neu umgewandelte Mälzerei entwickelte sich sehr gut. Mit viel unternehmerischem Geschick wurde sowohl Inflation wie auch Weltwirtschaftskrise überwunden. Die Umstellung der Mälzereitechnik von Tennen- auf Keimkastenmälzerei wie auch die Aufgabe der brauereieigenen Mälzereien in den fünfziger Jahren vergrößerten das Geschägtspotential erheblich. Leonhard Wirth konnte mit Unterstützung seiner Tochter Irmgard Götze die Chancen ergreifen und die Mälzerei vergrößern.

1964 starb Leonhard Wirth und es trat Rudolf Bergler, der die Tochter von Irmgard Götze, Karin, geheiratet hatte, in das Unternehmen ein. Unter seiner Führung wurde die Mälzerei weitgehend automatisiert und die Produktionskapazität erhöht.

1972 wurde der Betrieb in eine GmbH umgewandelt, befindet sich aber weiterhin ausschließlich in Familienbesitz. Zukunftsweisend war schließlich 1990 der Erwerb eines großen Geländes am Erlanger Hafen, wo ein modernes Silogebäude errichtete wurde.

1998 trat der Sohn von Karin und Rudolf Bergler, Stephan Bergler, in die Firma ein. Er leitet seitdem die Geschicke der Mälzerei. Durch kreative Rohstoffmodelle konnte Klostermalz neue Brauereikunden gewinnen und die Produktionskapazität steigern. Im Jahre 2010 wurde das Silo am Hafen um einen weiteren Block erweitert und fünf neue Silozellen geschaffen. Diese Investition dient der sicheren Rohstoffversorgung unserer Kunden: so können wir weitgehend unabhängig vom Rohstoffmarkt ein individuelles, auf die Verarbeitungswünsche unserer Kunden abgestimmtes Malz liefern.